Termine
21. Okt 2019
ALD-Veranstaltung "Motorradlärm"
27. Nov 2019 10:00
ALD-Veranstaltung "Lärmaktionsplanung"
Kontakt

Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V.
Arbeitsring Lärm der DEGA

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Umweltbewusstsein in Deutschland:

Aktuelle Daten zur Belästigung durch Geräusche in Deutschland

Einer der wichtigsten Indikatoren zum Ausmaß der Beeinträchtigungen durch Geräusche in Deutschland wird im Rahmen der Umfrage des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts (UBA) zum „Umweltbewusstsein in Deutschland“ ermittelt. Diese Umfrage wird seit 1996 alle zwei Jahre durchgeführt und enthält auch Fragen zur Belästigung der Bevölkerung durch verschiedene Lärmarten (Straßenverkehr, Schienenverkehr, Flugverkehr, Industrie und Gewerbe, Nachbarn). Die Datenreihe seit 1996 erlaubt damit auch einen Überblick über die zeitliche Entwicklung der Lärmbelästigung, wobei die Vergleichbarkeit allerdings durch methodische Änderungen (z. B. bei der Fragestellung und der Erhebungsmethode) eingeschränkt ist. Ein relevanter Methodenwechsel hat im Jahr 2014 stattgefunden. Man ist von der so genannten „CAPI: Computer Assisted Personal Interviewing (Rechnerunterstützte persönliche Befragung)“ zur Online-Befragung übergegangen und die neue Fragestellung „Wenn Sie einmal an die letzten 12 Monate hier bei Ihnen denken, wie stark haben Sie sich persönlich durch den Lärm von folgenden Dingen gestört oder belästigt gefühlt?“ enthielt nicht mehr den Bezug auf das eigene Wohnumfeld. Dies geht einher mit einem deutlichen Anstieg der Belästigungen. So sank die Zahl der Nichtgestörten beim Straßenverkehr von 46 auf 24 %.

Die aktuellen Befragungsergebnisse von 2018 sind hier zu finden. Der Vergleich zu 2016 zeigt für die Verkehrsquellen ein leichtes Sinken der Belästigung, insbesondere bei den äußerst starken Belästigungen. Das könnte vielleicht – mindestens beim Straßen- und Schienenverkehr – das Ergebnis der Lärmaktionsplanungen sein, die sich ja bekanntlich auf die „Hot Spots“ – also die hoch belasteten Verkehrswege – konzentriert.

Insgesamt aber ist das Niveau der Belästigungen nach wie vor deutlich zu hoch. Besonders in den größeren Städten erreicht die Belästigung sehr hohe Werte. Legt man die erheblichen Belästigungen durch Straßenverkehrslärm zugrunde (Kategorien „Äußerst und „Stark“), liegen diese in Großstädten mit 500.000 Einwohnern und mehr mit 31 % etwa doppelt so hoch wie in Städten unter 20.000 Einwohnern. Daher sind vermehrte Anstrengungen zur Minderung der Belastungen erforderlich.