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Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V.
Arbeitsring Lärm der DEGA

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ald@ald-laerm.de

Lärmlexikon

A-Bewertung

Die Empfindlichkeit des menschlichen Ohres hängt von der Frequenz ab. Tiefe und sehr hohe Töne werden weniger laut wahrgenommen als mittlere Töne. Bei der Geräuschmessung wird dies berücksichtigt, indem die im Schall enthaltenen Frequenzen entsprechend der A-Kurve unterschiedlich gewichtet werden. Die Pegelwerte werden dann als LA in dB oder meist in dB(A) angegeben. Im Umweltbereich ist die A-Bewertung die am häufigsten vorkommende Frequenz-Bewertung; andere Bewertungen (z.B. B- oder C-Bewertung) werden seltener verwendet. Pegelspitzen werden häufig ohne Frequenzbewertung angegeben.

Absolutes Gehör

Als absolutes Gehör bezeichnet man die Fähigkeit eines Menschen, die Höhe eines beliebigen gehörten Tons eindeutig zu bestimmen. Dabei ist nicht geklärt, welche neuronalen Zusammenhänge für das absolute Gehör verantwortlich sind und welche Funktionen im Gehirn und Hörnerv dazu benötigt werden.

Absorption

Bei der Absorption von Schallwellen handelt es sich um die Umwandlung von Schallenergie in Wärmeenergie, wenn der Schall auf Grenzflächen (z.B. Gebäude, Boden, Gegenstände) trifft.

Adaption

Adaptation bedeutet „Anpassung“. Das Ohr passt sich größeren Lautstärken vorübergehend an, so dass sie nicht so laut gehört werden.Durch laute Dauerbelastungen kann dieser Effekt unumkehrbar werden und führt dann zu einer dauerhaften Hörschwellenverschiebung (PTS, permanent threshold shift).

Aktionsplan

Die EU-Richtlinie 2002/49/EG über die Bekämpfung von Umgebungslärm (Umgebungslärmrichtlinie) schreibt vor, dass in Ballungsgebieten sowie an stark befahrenen Verkehrswegen (Straße, Schiene, Flughäfen) flächige Schallimmissionskarten (sog. strategische Lärmkarten) angefertigt werden müssen. Ferner muss die Anzahl der lärmbetroffenen Bürgerinnen und Bürger ermittelt werden. Unter Beteiligung der Betroffenen sollen Aktionspläne erarbeitet werden, deren entlastende Wirkung rechnerisch nachgewiesen werden muss. Hier müssen Beurteilungsverfahren angewendet werden, die sich von den nationalen (strengeren) Werten unterscheiden.

Aktive Lärmreduktion (Active Noise Reduction)

Die aktive Lärmreduktion basiert auf dem physikalischen Prinzip von Schall und Gegenschall. Wenn den Schallwellen des zu mindernden primären Geräusches ein um 180° phasenverschobener Schall entgegengesetzt wird, heben sich die resultierenden Wellen gegenseitig nahezu vollständig auf (destruktive Interferenz). Eine erfolgreiche Anwendung des Prinzips sind z.B. Kopfhörer mit eingebauter aktiver Geräuschunterdrückung, wobei die störenden Geräusche dabei nicht komplett eliminiert werden können, da jeder Mensch eine andere Ohrform hat. Der Lärm wird jedoch deutlich verringert.

Aktiver Lärmschutz

Aktiv wird eine Schallminderung genannt, wenn sie an der Quelle angreift. Sie sollte immer das erste Mittel der Wahl sein. Im Falle von Verkehrslärm zählen Schallschirme (Wälle oder Wände) ebenfalls zu den aktiven Maßnahmen. → Passiver Lärmschutz wirkt beim Empfänger, z.B. durch Schallschutzfenster oder Ohrstöpsel.

Akustik

Bei der Akustik handelt es sich um die Lehre vom Schall und seiner Ausbreitung. Als Wissenschaftsgebiet umfasst sie sämtliche damit zusammenhängende Bereiche - die Entstehung, Ausbreitung, Beeinflussung und Analyse von Schall. Ebenfalls Gegenstand der Akustik sind die Wechselwirkung von Schall mit Materialien sowie die Wahrnehmung und Auswirkungen v.a. bei Menschen.

Altbaufenster

Fenster an Altbauten bieten oftmals nur unzureichenden Schutz gegen Lärm. Abhilfe kann hier durch Abdichten des Fensters gegen das Mauerwerk, der Fensterflügel im Falzbereich und im Ersetzen von dünnen Einfachverglasungen durch Isolierverglasung getroffen werden. Auch das Einpassen neuer Dichtungen auf Silikon-Kautschuk-Basis zwischen Blend- und Flügelrahmen hat sich bewährt. Die im Handel angebotenen Vorsatzscheiben zum Aufschrauben auf einen vorhandenen Fensterflügel sind nur dann hilfreich, wenn vorher alle Undichtigkeiten an Fenster und Rahmen beseitigt wurden. Einen noch besseren Schallschutz bietet ein Vorsatzfenster, das außerhalb oder innerhalb des vorhandenen Fensters eingebaut wird. Schallschutzfenster

Altersschwerhörigkeits

Die Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) ist ein natürlicher Prozess, der vor allem ab dem 50. Lebensjahr auftreten kann. Meist nimmt das Hörvermögen auf beiden Ohren ab, so dass eine beidseitige Schwerhörigkeit zu verzeichnen ist. Zunächst sind davon hochfrequente Bereiche betroffen. Die Entstehung der Krankheit ist noch nicht eindeutig geklärt, jedoch sind altersbedingte Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen mit verantwortlich.

Altglascontainer

sind eine häufige Quelle von Lärmstörungen. Es existieren auf dem Markt auch lärmgeminderte Container, die nur unwesentlich teurer sind.

Amplitude

Bei der Amplitude handelt es sich um die maximale Auslenkung einer Schwingung oder Welle (z.B. Schalldruck). Oft wird sie auch zur Bezeichnung der absoluten Größe der Druckänderung zwischen Maximum und Minimum gebraucht.

Annoyance

Englisches Wort für eine der Hauptwirkungen des Umweltlärms. Im Deutschen wird annoyance meist mit "Belästigung" oder „Störwirkung“ übersetzt. In Felduntersuchungen wird annoyance meist als globales retrospektives Urteil erfasst. →Highly Annoyed, HA

Anstiegsgeschwindigkeit

Geschwindigkeit, mit der der Schallpegel eines Geräusches im Verlaufe seiner Dauer zunimmt. Wird meist in dB pro Sekunde angegeben. Die Anstiegsgeschwindigkeit ist sowohl von der Geschwindigkeit einer Schallquelle als auch von ihrer Entfernung abhängig. Hohe Anstiegsgeschwindigkeiten tragen stark zur Störung und Belästigung bei, weil sie automatisch Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie werden auch impulshaltige Geräusche genannt. Bei hohen Maximalpegeln können sie auch dauerhafte Hörschäden verursachen.

Äquivalenter Dauerschallpegel

oder energieäquivalenter Dauerschallpegel: Kenngröße zur Beschreibung der Geräuschbelastung in einem vorgegebenen Zeitraum.
Die Verwendung des Begriffs „äquivalenter Dauerschallpegel“ wird in verschiedenen Regelwerken leider nicht einheitlich verwendet. Hierdurch kann es zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen kommen. Der für Straßen-, Schienen- und Anlagenlärm verwendete energieäquivalente Dauerschallpegel gibt den Pegel eines konstanten Geräusches an, das im vorgegebenen Zeitraum die gleiche Intensität hat wie das tatsächliche Geräusch. Bei einer Halbierung der Einwirkzeit eines Geräusches im betrachteten Zeitraum nimmt der energieäquivalente Dauerschallpegel um 3dB ab. Der Begriff wird oft mit dem Mittelungspegel gleichgesetzt; die Unterschiede sind gering.

Äquivalenzparameter (auch Halbierungsparameter)

Der Äquivalenzparameter gibt den Wert an, um den der Mittelungspegel erhöht (erniedrigt) wird, wenn die Einwirkzeit verdoppelt (halbiert) wird. Für die Energieäquivalenz gilt q = 3. Für die Beschreibung einer Wirkung werden im Ausland z. T. andere Äquivalenzparameter verwendet. Ein Problem ist, dass die Werte dann nicht miteinander vergleichbar sind, die Umrechnung ist nicht ohne weiteres möglich.

Artikulations-Index

Sammelbegriff für verschiedene Verfahren zur Kennzeichnung der Sprachverständlichkeit unter Störgeräuschen.
→Kommunikationsstörung

Audiogramm

Beim Audigramm handelt es sich um ein Protokoll, das das Hörvermögen des Gehörs für reine Töne (Sinustöne) beschreibt. Es gibt somit die frequenzabhängige Hörempfindlichkeit eines Menschen wieder. Es wird in →Dezibel in Abhängigkeit von der →Frequenz gemessen. Mit einem Audiogramm sind Aussagen über Symptome möglich. In manchen Fällen können jedoch auch die Ursachen von Störungen des Gehörs erkannt werden.

Audiometrie

Die Audiometrie dient zu Prüfung des Gehörs. Mit verschiedenen Verfahren werden Erkrankungen der Hörorgane untersucht. Bei der Schwellenaudiometrie wird mit Sinustönen (für beide Ohren getrennt) die Wahrnehmungsschwelle gemessen. Dabei wird der Schallpegel in Oktavschritten von 125 bis 8.000 Hz so verändert, dass der Proband den Ton gerade noch hören kann. Die Aufzeichnung erfolgt in einem →Audiogramm. Die Frequenzabhängigkeit der Schallwahrnehmung wird dabei berücksichtigt.
Mit dem Alter nimmt die Hörfähigkeit insbesondere bei hohen Frequenzen ab, bekannt ist hier besonders die c5-Senke (bei 4.000 Hz). Sie tritt häufig als Folge von starkem →Arbeitslärm auf.

Äußeres Ohr

Das Außenohr setzt sich aus dem Ohrknorpel, der Ohrmuschel, dem Ohrläppchen und dem äußeren Gehörgang zusammen. Mit dessen Hilfe ist es dem Menschen möglich, den auf die Ohren treffenden Schall einzufangen. Weiterhin ist das äußere Ohr sowohl für die Fähigkeit der Lokalisation eines Schalls als auch für die Bestimmung der Einfallsrichtung eines Schalls (Richtungshören) verantwortlich.

Ausbreitungsweg

Schall breitet sich in einem homogenen Medium (Gas, Flüssigkeit, Luft) von der Schallquelle nach allen Richtungen gleich aus. Im Vakuum gibt es keine Schallausbreitung. Wenn mehrere Schallwellen gleichzeitig auftreten, findet eine Überlagerung der einzelnen Wellen statt.
Während der Ausbreitung des Schalls kann an Grenzflächen von unterschiedlichen Medien eine Absorption, Reflexion und/oder eine Brechung auftreten, so dass z.B. eine Lärmminderung oder eine Richtungsänderung des Geräusches verzeichnet werden kann.

AVV Baulärm

Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm. Sie setzt →Immissionsrichtwerte und Messverfahren fest, die von Baustellen einzuhalten sind. →Baulärm.

AzB

Anleitung zur Berechnung von Fluglärm, wird im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht und ist damit die gesetzlich vorgeschriebene Berechnungsgrundlage für Fluglärm an Verkehrslandeplätzen.