Termine
13. Sep 2017
ALD-Veranstaltung "Das Urbane Gebiet"
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Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V.
Arbeitsring Lärm der DEGA

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Auswirkungen des Lärms

Geräusche treten immer und überall auf. Sie sind Bestandteil des täglichen Lebens und in vielen Situationen auch hilfreich und wichtig. Denn Schall hilft uns nicht nur bei der Orientierung, sondern dient auch als Warnsignal.

Ohne Schall wäre eine sprachliche Kommunikation erst gar nicht möglich. Aber oft stört und belästigt Schall, führt zu Beeinträchtigungen und Schädigungen, was auch darauf zurückzuführen ist, dass das menschliche Gehör immer, auch im Schlaf, aktiv ist.
Sobald Geräusche beeinträchtigen oder stören spricht man von Lärm, wobei man jedoch zwei Arten von Lärm unterscheiden muss: der Gehör schädigende und der lästige Lärm.

Aurale Lärmwirkungen
Der Gehör schädigende Lärm tritt vor allem an Lärmarbeitsplätzen, in Diskotheken oder bei Knallereignissen (Silvesterböller, Explosionen, etc.) auf. Er wirkt direkt auf die Ohren und schädigt organisch, was zu Gehörschäden führen kann.
Durch kurzzeitige hohe Schallspitzen oder Dauerschall kann das Gehör Schaden nehmen, so dass der Schalldruckpegel und die Expositionszeit eine entscheidende Rolle spielen. Aber auch die Erholungsphasen zwischen Lärmereignissen haben Einfluss auf die auralen Lärmwirkungen, zu denen Beeinträchtigungen des Hörvermögens, Schwerhörigkeit, zeitlich begrenzte oder dauerhafte Ohrgeräusche (Tinnitus) zählen. Nach den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen leidet das Gehör ab einem Pegel von 85 dB(A). Dieser Wert stellt jedoch eine Untergrenze dar und bezieht sich auf eine Einwirkzeit von acht Stunden täglich über mehrere Jahre hinweg.
Bei einer Dauerschallbelastung oder kurzen hohen Schallpegelspitzen verbiegen sich die Haarzellen im Innenohr stark und können dauerhaft geschädigt werden. Vor allem wenn sie stark und oft gereizt werden, ermüden sie und werden gelähmt. Dies führt zu einem lärmbedingten Hörverlust, der zunächst vor allem im Frequenzbereich von 4 kHz auftritt, so dass die Sprachverständlichkeit zurückgeht. Die Kommunikation in lauten Umgebungen wird somit durch Störgeräusche erschwert. Bei dauerhaft starker Geräuscheinwirkung nimmt die Hörfähigkeit für tiefere Töne ebenfalls ab. Erschlaffte Haarzellen können nicht mehr regenerieren, so dass eine Lärmschwerhörigkeit nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. 
Da eine Taubheit schleichend kommt, sollten erste Warnsignale des Körpers ernst genommen werden. Eine Dauerschädigung des Gehörs beginnt mit Ohrensausen (Tinnitus) oder mit einer vorübergehenden Verschlechterung der Hörfähigkeit.

Extra-aurale Lärmwirkungen
Lästiger Lärm wirkt auf die Psyche und den gesamten Organismus, indem er körperliche Stressreaktionen auslöst. Diese so genannten extra-auralen Lärmwirkungen können schon bei niedrigen Schallpegeln auftreten. Das Problem für den menschlichen Körper besteht darin, dass er auf den Lärm mit Stress reagiert und sich auf eine physische Auseinandersetzung vorbereitet, die letztendlich gar nicht stattfindet. Dies ist mit einem Motor zu vergleichen, der im Leerlauf ständig hochtourig betrieben wird. Durch die Ausschüttung von Stresshormonen und die Aktivierung des Nervensystems kommt es zu Veränderungen im Herzkreislaufsystem. Zudem führt der Lärm zu Konzentrations- und Schlafstörungen.
Da die körperlichen Reaktionen auf den Lärm unbewusst ablaufen, treten diese Lärmwirkungen auch bei Betroffenen auf, die das Gefühl haben, sich bereits an den Lärm gewöhnt zu haben. Dies hat zur Folge, dass die Auswirkungen des Lärms oft unterschätzt werden.
Insgesamt gesehen beeinträchtigt Lärm nicht nur das subjektive Wohlempfinden und die Lebensqualität eines Menschen, indem er stört und belästigt. Er kann auch zu gesundheitlichen Problemen führen, die man unbedingt ernst nehmen sollte. Denn ein Übermaß an Schall, in Stärke und Dauer, kann Gehörschäden hervorrufen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind.