Termine
31. Mai 2017
ALD-Veranstaltung "Baulärm"
Kontakt

Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V.
Arbeitsring Lärm der DEGA

Telefon:
+49 (0)30 340 60 38 02

E-Mail:
ald@ald-laerm.de

Was die Ohren alles können!

Wenn der Mensch jedes Geräusch, das seine Ohren erreicht, wahrnehmen und analysieren müsste, wäre er total überfordert.

Die Fähigkeit des Gehörs, ähnlich klingende Geräusche voneinander unterscheiden zu können schützt vor dieser Überforderung. Es gibt dem Hörenden die Möglichkeit, weniger wichtige Töne auszublenden und sich auf wichtige Schallquellen zu konzentrieren.

Somit kann man auch in einer lauten Umgebung bestimmte Geräusche ausgrenzen. Dieses selektive Wahrnehmen von Geräuschen hilft z.B. auf Partys, wo ein ständiges Stimmengewirr herrscht, sich auf einen Gesprächspartner zu konzentrieren und dessen Worten zu folgen (Cocktailparty-Effekt). Im Schlaf ist diese Fähigkeit ebenfalls vorhanden. Während relativ laute, aber gleichmäßige und unbedeutende Geräusche nicht zum Aufwachen führen, können Geräusche mit hohem Informationsgehalt und mit hoher subjektiver Bedeutung (z.B. Geräusche der Kinder, der eigene Name, Sirenen) schon bei sehr niedrigen Pegeln Aufwachreaktionen hervorrufen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass unser Ohr immer „ganz Ohr“ ist und nie weg hört und erst das Gehirn zwischen wichtigen und unwichtigen Geräuschen unterscheidet.

Diese Fähigkeit der Ohren einer selektiven Wahrnehmung ist mit einer weiteren Fähigkeit des menschlichen Gehörs, „dem räumlichen Hören“, eng verbunden. Aufgrund der Positionen der Ohren, sowie deren Abstand zueinander kann das Gehirn die unterschiedlichen Schallintensitäten eines Geräusches und die Zeitdifferenz, mit der es die Ohren erreicht, nutzen und verarbeiten. So ist es möglich, die Richtung, aus der ein Geräusch kommt, zu erkennen.

Sowohl bei der selektiven Wahrnehmung als auch beim Richtungshören handelt es sich um einen binauralen Effekt. Sie treten somit nur bei Menschen auf, die zwei gesunde Ohren haben. Bei Menschen, die nur auf einem Ohr hören können oder ein Hörgerät tragen, können die Störgeräusche nicht so gut ausgeblendet werden, so dass das Gehör diese Fähigkeiten nicht mehr besitzt. Grund genug also, das Gehör vor dauerhaften und lauten Geräuschen zu schützen.